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Saisonabschluss: European + German + Swiss Downhill Cup Finale, Chatel (FRA) + Thale + Bellwald |
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Ein erfolgreicher Rennserienabschluss liegt hinter mir und ich kann auf eine durchaus erfolgreiche Saison mit vielen neuen Erfahrungen zurückblicken...
Um einfach mal ein paar Tage zwischendurch vollständig abschalten zu können und möglichst erholt in mein Praxissemester starten zu können, machten wir uns also auf den Weg nach Griechenland. Eine wirklich schöne All-Inclusive Zeit bei perfektem Wetter von Mittwoch auf Mittwoch, am darauffolgenden Donnerstag holte ich schnell meine Schlüssel beim Olympiastützpunkt in Bad Cannstatt, der mir freundlicherweise ein Zimmer zur Verfügung stellt, und weiter ging es direkt nach Châtel.
 Im Freitag-Training genossen wir noch einen wunderschönen Sonnenschein und konnten uns auf der leicht geänderte Strecke austoben. Die ein oder andere Kurve war etwas großzügiger gesteckt, macht den Track aber schlussendlich eher gefährlicher und nicht wirklich selektiv. Bei den Möglichkeiten in diesem Gebiet kann ich einfach irgendwie nicht verstehen warum es genau diese Variante sein muss, aber nunja, überall muss man seine Leistung erbingen. Da ich mit meinem Komplettausfall in Todtnau und den unzufriedenstellenden Platzierungen in Pila nicht die beste Grundlage hatte, war es also wichtig für mich noch die letzten entscheidenden Punkte zu sammeln. Hierbei half mir wieder unsere Helmcam-Abfahrten mit Dominik Gspan und es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich doch die einzelnen Fahrer ihre Zeit im Rennlauf machen und es ist äußerst schwierig auf die komplette Distanz dabei dicht genug dran zu bleiben!
 Samstag kam dann wie erwartet leichter Regen auf und die Strecke legte eine Kehrtwendung hin. Die im trockenen gut zu fahrenden Abschnitte wurden ziemlich anspruchsvoll, der im Trockenen recht glitschige Schieferhang hingegen legte deutlich an Grip zu und so konnten wir im freien Geläuf ordentlich am Gashahn drehen. Die Quali gestaltete sich hingegen recht anstregend, es trocknete leicht an und war lediglich ein zähes Fahren. Blöderweise bin ich im unteren Drittel auch noch falsch abgebogen, fuhr an einer ungünstigen Stelle aus der Strecke und landete bei meinem Ausflug unter einer Brücke. Das kostete viel Zeit und wichtige Punkte, immerhin war ich an der ersten Zwischenzeit noch 4. und somit motiviert für den Rennlauf. Am Abend streikte dann zum zweiten Mal noch unsere Fahrgastzellentür und so durfte ich die komplette Verkleidung abnehmen um den nötigen Schnapper zu erreichen und umzulegen, immerhin in entsprechender Gesellschaft mit einer ordentlichen Portion Humor.

Am Sonntag kam es dann ganz dicke. Die Vorhersagen waren alles andere als rosig und wir hofften zumindest vor dem angekündigten ersten Schnee ins Tal zu kommen. Mit dem Wohnmobil sollte uns dies gelingen, auf dem Bike wurden wir allerdings nicht verschont. Morgens noch Regen in Strömen und flüssiger bis barziger Matsch auf der Strecke mit mega viel Spaß beim Training und top Ambitionen fürs Rennen, fing es bei den Hobbyläufen knapp oberhalb vom Fahrerlager an weiß zu werden und es fielen dicke Flocken vom Himmel. Gerüchten nach lagen innerhalb weniger Zeit knapp 10cm Neuschnee auf den Dächern am Start und die Fahrer mussten sich ihren Weg bahnen. Bei uns war die Landschaft nur noch leicht gepudert, aber noch immer eisig kalt. Dementsprechend hat auch meine Lunge auf der nicht ganz tretunintensiven Startpassage gebrannt und ich bin einfach nicht ausm Arsch gekommen. Somit leider nur Platz 9 in der Tageswertung und gesamt abgerutscht auf denselben Platz in der Gesamtwertung.
 Abends fuhren wir schnell nach Hause damit ich nachts weiter nach Stuttgart düsen konnte um Montag Früh an meinem ersten Tag direkt bei Porsche auf der Matte stehen zu können. Ich erlebte eine spannende erste Woche und ließ mich Freitag Abend aus organisatorischen Gründen ausnahmsweise von Faders für Thale abholen um meine Führung im GDC zu verteidigen. Samstag Früh gingen wir noch schnell anmelden und ich bekam zum ersten Mal in meiner Karriere die Nr. 1 (nach Weltcup Ranking). Mit Privatshuttle (danke!) hatten wir viel Spaß im Training, wobei anhängende Onboard-Fahrt mit Fabi entstand. Irgendwie fanden wir auf unsere Art und Weise doch noch ein wenig Spaß auf dieser eher wenig anspruchsvoll gewählten Route und ich fuhr in der Quali locker auf den 5. Rang.
 Dies bedeutete für den Finaltag, dass mir der 21. Platz für den Gesamtsieg reichen würde und so entspannten wir abends in der örtlichen Therme. Am Sonntag wollte ich einfach nur einen sicheren Finalrun absolvieren und nichts riskieren, zumal ja auf dieser Art von Strecke wirklich jeder schnell sein konnte. Im Endeffekt konnte ich meine Führung verteidigen und schaffte somit einen top Gesamtwertungsabschluss. Vielen Dank an dieser Stelle erneut an Faders, die mich perfekt und absolut problemlos in ihre gewohnten Strukturen integrierten und von Kopf bis Fuß versorgten und verwöhnten; abends wurde ich wieder in Stuttgart vor der Haustüre rausgeschmissen.

In der kommenden Woche möchte ich klären, ob ich meinen Saisonabschluss in Bellwald verwirklichen kann und wäre super happy darüber, da ich ja noch eine Rechnung offen habe mit diesem Ort. Schon zwei Jahre ist es her, dass ich mir am Zielsprung in der Quali das Schlüsselbein brach und da ich letzte Saison die Platte aus der Schulter genommen bekam, war dieses Jahr die erste Gelegenheit dazu. Zwischenzeitlich ist auch mein Video zur diesjährigen Sportlerwahl des Jahres 2011 der Pforzheimer Zeitung fertig geworden und ich bin euch für jede Stimme dankbar; also alle noch schnell voten und weitersagen (es gibt tolle Preise zu gewinnen)!
Da ich wirklich klasse Betreuer in der Firma habe und uns Praktikanten eine Menge Freiraum gelassen wird, konnte ich ein letztes Mal in alter Manier nach Bellwald aufbrechen um das Bikejahr gebührend ausklingen zu lassen. Da mein letzter Besuch dort im Jahre 2009 mit meiner ersten ernsthaften Verletzung endete, hatte ich noch eine Rechnung mit der Strecke offen und wollte die Zeit einfach nur genießen.
 Gesagt getan, bereits beim Trackwalk hatten wir es ziemlich lustig und so mussten die ersten Schwierigkeiten schon zu Fuß ausgetestet werden. Auch im ersten Training konnten wir recht unbekümmert fahren und dabei entstand mal eine etwas andere Helmcam-Verfolgung mit Jonathan Debus. Außerdem fanden wir auch noch ein wenig Zeit um einige Fotos machen zu können, dankeschön fürs zur Verfügung stellen! Leider musste ich gegen Ende - es war schon stockdunkel geworden - total unspektakulär zu Boden gehen, mein Bike wollte einfach nicht weiter der Strecke folgen und so litten die Handfläche und der kleine Finger im tiefen Staub ein wenig:
 Dementsprechend wollte ich am Samstag etwas schonen und absolvierte neben meinen beiden Pflichttrainingsläufen nur noch einen lockeren Qualifikationslauf. Da es schwer fiel den Lenker zu halten und das Ergebnis für mich eher zweitrangig war, konnte ich dennoch viel Spaß bei der Abfahrt aufbauen und landete auf Platz 15. Sonntag ging es bereits wieder besser und ich konnte zum Schluss noch einmal Rennluft vom Feinsten schnuppern. Irgendwie fehlte mir zwar das gezielte Training vom Vortag und ich war nicht perfekt vorbereitet, aber meinen Platz aus dem Seeding-Run konnte ich dennoch verteidigen.
 Was bleibt einem da noch groß zu sagen? Das Wetter war traumhaft und ich konnte noch ein paar intensive Sonnenstrahlen tanken. Die Strecke ist einfach eine typisch klassische schweizer Abfahrt und kann einen immer wieder aufs Neue in seinen Bann ziehen. Die Organisation war super, die Atmosphäre ebenfalls und dabei hat das anschließende Wohnmobilausräumen und -fertigmachen für den Winter am darauffolgenden Feiertag nur milde die Freude gelindert. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an all meine Sponsoren und alle sonstigen Unterstützer, die immer hinter mir stehen und mir diese Zeit ermöglichen!!

Schönen Winter und bis bald, euer Benny |
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UCI MTB World Championships 2011, Champéry (CH) |
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Die für mich erste Downhill Weltmeisterschaft in der Elite-Klasse endete nach einer wirklich schönen und entspannten Woche mit einem tollen 29. Platz und dem damit vermeintlich besten internationalen Ergebnis seither...
Bei einer WM ist der Zeitplan immer ein wenig auseinander gezogen aufgrund der vielen ausgetragenen Disziplinen und deshalb reisten wir bereits Montag an um schlussendlich doch noch den Trackwalk gerade so zu verpassen. Leider war es nicht so einfach sich als Einzelfahrer zu akkreditieren und die zuständigen Offiziellen waren noch nicht vor Ort. Da die Strecke aber absolut identisch zum letzjährigen Worldcup war, sollte dies nicht weiter wild sein und so trafen sich die Deutschen Fahrer dienstags erneut um sich zwischen allen anderen Nationaltrainern einzeln anzumelden. Immerhin war dies problemlos möglich und so konnten wir fast pünktlich ins erste Training starten. Es ist immer wieder erstaunlich wie steil der Track dann doch in Wirklichkeit ist und das erste vorsichtige "Abrollen" ist dabei garnicht einmal so einfach. Entsprechend zügig kam dann aber zwangsweise auch der Speed und der Spaßfaktor stellte sich ziemlich schnell ein. Ich musste aufpassen nicht zu viel und zu lapidar fahren zu gehen, dabei entstand auch unser Helmcam-Video mit dem Österreicher Matthias Stonig (CanfieldBrothers).
 Am Abend fand dann noch die "Official Opening Ceremony" statt und wir waren größtenteils mit unseren Athleten vertreten. Der Marsch durch das malerische Champéry war wirklich schön, nur der Abschluss im Planadium (auf einer mit sporadischen Teppichen abgedeckten Eislaufbahn) ein wenig langatmig und vor allem kalt. Da wir auf die Tage verteilt eine ganze Menge Trainingsmöglichkeiten hatten, entschied ich mich Donnerstag nach einem nächtlichen Regenschauer nur zu Fuß auf die Strecke zu gehen und den verpassten Trackwalk nachzuholen. Für mich war dies absolut die richtige Entscheidung, da an diesem Tag viele auf der glitschigen Strecke unnötig stürzten, ich noch ein paar ganz interessante Lines finden konnte und mich parallel dazu ein wenig erholte. Auch interessant war es mit anzuschauen wie sich die Cross-Countries quälten und ein wirklich interessantes 4X-Rennen mitzuerleben; von den Trialern hat man leider recht wenig mitbekommen.
Währenddessen wurde mein Bike von den SRAM-Jungs noch ein wenig aufgepimpt und ich bekam die neue Elixir 9, sowie die XO DH-Komponenten verpasst, vielen Dank dafür! Freitag ging es dann fast wie gewohnt ins normale Rennwochenende und den in Worldcups üblichen Zeitlauf. Bis auf ein Verlassen der Strecke im oberen Teil war der recht solide und ich platzierte mich auf Rang 36, nicht zu schlecht. Doch irgendwie vermisste ich das gemeinsame Fahren ziemlich, die anderen Nationen waren unter sich und da will man sich auch nicht mit rein drängen. Die Junioren und Frauen hatten andere Trainingszeiten und da wir auch nicht in einer gemeinsamen Unterkunft nächtigen wollten, fehlte dieser Zusammenhalt einfach.
 Für den Renntag waren die Wetteraussichten wie gewohnt alles andere als rosig und so war ich mental schon die ganze Woche auf ein heftiges Rennen eingestellt und fühlte mich gut vorbereitet. Samstag suchte ich mir noch die sicheren Alternativ-Linien zusammen, falls es wirklich wieder wie die letzten beiden Male kommen sollte und war erstaunt, dass es Sonntag Früh noch so verhältnismäßig trocken war. Als ich das letzte Mal noch eine Abfahrt mit den nach wie vor heiß geliebten HighRoller II testen wollte, wurde ich aber schon nicht mehr auf den Berg gelassen, da die Angst eines Sturzes noch zu groß war (der freitägige Zeitlauf verzögerte sich wegen einer heiklen Rettungsaktion ziemlich).
Leicht verwirrt was die Reifenwahl anbelangt dauerte es hingegen nicht mehr lang bis es endlich los ging und die Wolken ihre Pforten öffneten. Zwischenzeitlich war es sogar so heftig, dass scheinbar schon das gesamte Rennen auf dem Spiel stand. Der Nebel war so dicht geworden, dass der Heli ziemliche Mühen hatte zwei unglücklich gestürzte Junioren aus dem Hang zu bergen, woraufhin sich alles um über eine Stunde verzögerte. Viel hätte nicht mehr gefehlt und es wäre für uns Elite-Fahrer zu spät geworden, meinten zumindest die Veranstalter. Doch irgendwie konnten sie es dennoch aufholen und es kam zu keinen weiteren Unterbrechungen, so dass wir fast pünktlich starten konnten.

Im Vorfeld konnte man deutlich sehen, dass es absolut kein Zuckerschlecken werden würde und man eigentlich nur mit dem Schlimmsten rechnen konnte. Kaum ein Fahrer kam ohne Sturz ins Ziel und auch sonst war schon viel Action geboten. Daher entschied ich mich einen sicheren und sauberen Lauf zu fahren, der im Nachhinein vielleicht etwas zu vorsichtig war. Den anstehenden Urlaub im Kopf wollte ich nichts riskieren, aber hätte schlussendlich schneller fahren können. Im oberen Teil baute ich dazu noch ein paar dicke Patzer mit ein, die bei solch einer cruisenden Fahrweise nicht hätten passieren dürfen, aber immerhin bin ich auf dem Bike geblieben und konnte mir somit noch einen Platz in der Top30 sichern. Jetzt geht es aber erst einmal mit der Freundin eine Woche lang in den wohl verdienten Urlaub um dann mit Châtel und Thale die diesjährigen E- und GDCs abzuschließen. Da mein Praxissemester während dieser Zeit auch wieder startet, bin ich mir noch unschlüssig ob ich meinen obligatorischen Saisonabschluss in Bellwald fahren kann, man wird sehen.
Bis dahin, ride on, Benny
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EDC #5: Pila (ITA) & UCI MTB Worldcup #7: Val di Sole (ITA) |
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Endlich bekamen wir nun auch mal ein paar Sonnenstrahlen ab bei unserem 10-tägigen Trip quer durch Italien...
Wir starteten wie gewohnt donnerstags in Richtung Pila. Auf den letzten Metern zeigte sich mal wieder wie geschickt es doch ist so weit im Süden zu wohnen und dass es sich durchaus auch mal lohnen kann über einen Pass zu fahren und nicht den teuren Tunnelmaut zu blechen. Am Rennplatz angekommen belohnten uns dann ein super Panorma und beste Wetteraussichten für die nächsten Tage. Die Anmeldung war wie im vergangenen Jahr gewohnt südländisch chaotisch und gemütlich, dafür entlohnte die neue Streckenführung am Start die lange Wartezeit. Statt ein paar schneller Bikepark-Kurven wurde die Spur nun durch unberührt technischen Wald gelegt und sah ziemlich interessant aus. Allgemein einem EDC wieder absolut würdig und machte Lust aufs Heizen bei einem unvergleichlich starken Fahrerfeld.
 Gesagt getan, wir hatten viel Spaß im Training bis einem sprichwörtlich der Lenker aus den Händen gerissen wurde, siehe Helmcam-Abfahrt mit Nachwuchsheizer Fabian Fader. Generell sollte ich meine Zeit eigentlich eher im oberen Teil machen können, unten waren einfach alle auffällig zügig unterwegs. In der Quali war ich jedoch ziemlich steif, traf jeden Stein und fand erst viel zu spät ins Rennen hinein. Da man sich bei dem immer weiter steigenden Niveau keine Fehler mehr erlauben darf, wurde dies sofort mit einem eher ernüchternden 29. Platz bestraft. Den Abend wollten wir dann bei einem leckeren Essen gemütlich ausklingen lassen, jedoch wurde unsere Ruhe gestört: aufgedrehte und scheinbar nicht ausgelastete Hobbyfahrer schossen mit einem Ball auf unser Alkovenfenster und es brach vollständig ab. Super Sache auf solch einem langen Trip, Fabi aka "Spieß" musste zum Abkleben herhalten, besten Dank für die Hilfe!
 Am Sonntag wollte ich im Rennlauf alles besser machen und noch ein gutes morgendliches Training fahren. Doch leider sprang ich an einer recht schwierigen Passage im oberen Teil auf Grund einer leichten Linienänderung direkt viel zu weit und zerlegte dabei mein halbes Bike (Nabe+Steckachse gebrochen, Rahmen gestaucht+Kettenführungsschrauben abgerissen usw). Gerade noch so konnte ich nach intensiver Mech-Session einen halbherzigen Trainingsrun absolvieren und war ein wenig verunsichert. Der Rennlauf klappte hingegen erstaunlich perfekt, außer einem kleinen Fahrfehler und anschließendem Verlassen der Strecke. Vom Gefühl her hätte ich dies aber allemal mit einem guten Lauf kompensieren können, doch die spätere Platzierung als 41. sprach eine andere Sprache; dies kostete mich in der Gesamtwertung einen Abrutscher auf Platz 8.
 Um zwischendurch mal wieder ein wenig abschalten zu können und da wir ja quasi direkt am Gardasee vorbei fuhren, entschieden wir uns dort für kurze Zeit zu verweilen und verbrachten richtig touristenmäßig ein paar "gammlige und krebsfarbig" Tage in der Hitze am Strand. Anschließend stand der für mich mit Sicherheit härteste Worldcup und gleichzeitig das diesjährige Finale an und ich hatte nach letztem Jahr noch ein Hühnchen mit der Strecke zu rupfen (einzigste Nicht-Qualifikation seit 2007 auf Grund einer abgesprungenen Kette). Der Trackwalk zeigte, dass dies ein ganzes Stück Arbeit werden könnte, die Streckenführung war noch direkter in der Schusslinie als die Jahre zuvor und das in solch einem Gelände! Was für uns "Individual Riders" leider ein wenig ärgerlich war, ist der Trend hin zu einer immer schlechter werdenen Infrastruktur und so standen wir dieses Mal gänzlich ohne Fahrerlager oder sonstige Einrichtungen für uns da (insofern man nicht im Vorfeld teuer einen Expo-Platz reserviert hat).
 Auch freundliches Nachfragen bei verschiedenen Verantwortlichen ergab teilweise nur unhöflich laute und absolut voneinander unterschiedliche Aussagen, so dass wir eine Weile damit beschäftigt waren uns positionieren zu können. In meinem ersten Training ging es ebenfalls ein wenig chaotisch zu und ich fand nach der schnellen Strecke in Pila einfach nicht in den Fluss. Glücklicherweise strengten mich die Abfahrten nicht so an und so konnte ich nach unzähligen Läufen doch noch ein gutes Gefühl zusammenkriegen. Dabei entstand dann auch noch unser Helmcam-Eindruck mit dem wieder genesenen Schweizer Marcel Beer. Bis zur Quali hatte ich dann ein ganz gutes Linienpaket schnüren können und qualifizierte mich trotz eigenartigem Lauf erstaunlich locker auf Platz 56. Für das Finale war damit noch einiges in Petto und ich wollte einen guten Worldcup-Abschluss hinlegen.
 Leider fuhr ich irgendwie zu viel in den zahlreichen staubigen Kratern herum und auch die Hinterradbremse wollte nicht so richtig, wodurch ich viel zu viel permanent am krampfhaften Bremsen war und ungewöhnlicher Weise dicke Unterarme bekam. Meine Zeit war damit sogar noch langsamer als in der Quali und ich schloss mit einem 53. Platz ab, in der Gesamtwertung stehe ich nun nach 3/7 gefahrenen Rennen genau auf dem 80. Platz. Weiter geht es kommende Woche zur WM nach Champéry, weshalb ich leider nicht auf der diesjährigen Eurobike vertreten sein kann. Teamcheffe Robin wird aber entsprechend präsent sein und ich bin gespannt auf die Möglichkeiten für die kommenden Jahre. Vorher muss ich aber noch mein Zimmer in Weingarten räumen und möchte ein paar schöne und entspannende Tage auf dem Bodensee verbringen.
Grüße, Benny
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UCI MTB Worldcup #6: La Bresse (FRA) |
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Pleiten, Pech und Pannen und das ausgerechnet am eigenen Geburtstagswochenende...
Da aus zeitlichen Gründen die Weltcups diese Saison ein wenig kürzer treten mussten, war La Bresse für mich erst der zweite Stop und ich war gespannt ob ich mich im Vergleich zu Leogang noch weiter verbessern konnte. Von der Streckenführung sollte sich zu 2009 nicht viel ändern, lediglich ein paar flowige Anpassungen wurden gemacht und schöne Sprünge integriert, die schon beim Ablaufen Lust aufs Fahren machten!
 Gesagt getan gings nach leichten Campingkapriolen ins Training und ich genoss es ziemlich, wieder internationale Luft zu schnuppern. Dabei entstand auch die obligatorische Helmcam-Abfahrt mit meinem Schweizer Kumpel Martin Frei. Das Wetter zeigte sich endlich mal wieder von seiner schönen Seite und so wollten wir Freitag entspannt in meinen Geburtstag hinein rutschen. Leider schlitterten wir zielstrebig in die Pleite hinein und landeten in der vermutlich schlechtesten "Pizzeria", in der ich jemals gewesen war; zudem nicht einmal billig und endlose Wartezeiten.
 Somit wurden die Feierlichkeiten auf den frühen Samstag verlegt und neben einem Geburtstagsständchen gabs noch lecker Schokoladenkuchen vom Konditor; danke an Teamchef Robin und die Jungs im gemütlichen deutschen Fahrerlager! Mein späterer Qualifikationslauf war hingegen geprägt von etwas Pech, das pizzaähnliche Geschöpf lag mir schwer im Magen und schlug ziemlich auf die Konzentration. Dennoch konnte ich den Run trotz einiger Fehler ins Ziel bringen und mich für den Sonntag qualifizieren.

In der Nacht fing es dann monsunartig an zu regnen und es veränderte wieder einmal alles; genau meine Bedingungen. Doch schon in einer der ersten Kurven des Rennens traf mich die Panne und die Klickfunktion meines Pedals musste der Physik weichen. Dies realisierte ich allerdings erst nachdem ich bereits einige Male fast heftig vom Bike geschleudert wurde, schließlich im Zielhang einschlug und einen Sturz gerade noch so verhindern konnte. Zu spät, der mit Abstand schlechteste Rennlauf seit langem und ein enttäuschender 68. Platz.
 Nach anschließender Analyse war der Ärger gleich noch größer: der erste Streckenabschnitt (Quali Platz 138) war eigentlich nicht so meins und selbst dort war ich im Rennen schon 51. Eigentlich holte ich die Sekunden erst im technischen Mittel- und Zielteil und unter Berücksichtigung meiner bisher gefahrenen Abstände und der nassen Strecke hätte ich mit jenem Start gut und gerne ich die Top 40 fahren und mein Ziel erreichen können. Immerhin bin ich nun auf Platz 73 der Weltrangliste und das als noch in Leogang nominierter Starter mit weniger als einem zehntel der aktuellen UCI-Punkte.
Ride on, Benny
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