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Benny Strasser


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01
May
2012
Neue Internetpräsenz Drucken E-Mail

Nachdem ich auf meine alte Seite keinen Zugriff mehr hatte und nie richtig die Zeit finden konnte, etwas neues zu bauen, stehe ich nun endlich in den Endzügen der Gestaltung meiner neuen Page. Noch ein wenig Geduld und dann sind meine Berichte hier wieder in alter Manier zu lesen.

Vielen Dank auch noch an (olison.de), der mir eine ganze Menge Arbeit abgenommen hat und mir tatkräftig unter die Arme greift was die Homepage anbelangt!

Danke und viele Grüße,
Benny

 
01
May
2012
Descente des Abesses Remiremont & EDC #1: Monte Tamaro (CH) Drucken E-Mail


Was für eine Sauerei, so langsam steht mir der Kopf wieder mal nach Trockenrennen...

    Photo by Christian Bartosch

Um meine Vorbereitungen endgültig abschließen zu können, fehlte nur noch ein richtiges Schlammrennen. Und wie sollte es auch anders sein, scheint die neue Saison so verregnet weiterzugehen wie die alte geendet hat. Also fuhren wir Freitag Abend nach Remiremont. In Frankreich läuft so ein Rennwochenende ja etwas anders ab. Training war Samstags, in meinem Fall sogar ohne die Strecke vorher abgelaufen zu sein. Tatsächlich ist das mittlerweile ungewohnt, allerdings kannte ich den groben Streckenverlauf noch aus den Vorjahren.
Dabei herrschte absolutes April-Wetter mit abwechselnd Sonne, Schauern und Böen, es war so unbeständig wie noch nie. Dementsprechend oft musste ich meinen Stuff wechseln, es war wirklich dreckig! Lustig anzusehen auch, wie die Franzosen morgens lautstark und in Scharen kamen, am späten Nachmittag der ganze Spuk plötzlich vorbei und der total überfüllte Parkplatz menschenleer war.


Sonntag Morgen fand mein Seeding Run statt und da ich alleine auf dem Rennen war, musste dieser für die obligatorische Helmcam-Abfahrt herhalten. Ein kleiner Fahrfehler hat sich dabei sogar eingeschlichen, findet ihr ihn? Ansonsten eine schöne letzte "Trainings-Abfahrt" mit mittlerweile ziemlich chaotischem Zieleinlauf: Die Wiese war so tief geworden, dass selbst die Schnellsten wie absolute Anfänger auf dem Rad aussahen. Man kam kaum noch von der Stelle, immerhin Platz 4.
Zum Rennen hin erlebten wir etwas Graupel auf dem Weg zum Start. Dieser stellte fast schon eine kleine Cross Country - Tour in tiefstem Matsch dar und saute einen total ein. Mein Finallauf war im Nachhinein betrachtet teilweise einfach nicht konsequent genug und ich konnte erneut mit Platz 5 abschließen. Es war einfach ein perfektes Training, und trotz seltsamen Wetters mit erheblichem Spaß.


Dennoch ist die Freude auf schönes Wetter umso größer geworden und ich fieberte einem tollen Saisonauftakt am sonnigen Lago Maggiore entgegen. Im Vorfeld dazu ist leider anzumerken, dass der Anmeldeprozess zunehmend fahrerunfreundlich gestaltet wird. Gerade für jemanden, der an so gut wie jedem Wochenende im Sommer ein Rennen fährt. Abgesehen von den von Jahr zu Jahr steigenden Kosten, wird man durch frühe Zahlungsforderungen stets unflexibler. Dazu kommen immer regelmäßiger noch ganz stattliche Fahrerlager-Gebühren, womit die Fixkosten im Vergleich zur erhaltenen Event-Leistung immens gestiegen sind, schade!
Somit wird von Seiten der Teilnehmer über organisatorische Schwierigkeiten natürlich nicht mehr ganz so leichtfüßig hinweg gesehen. Bereits bei der Anmeldung kam es zu langen Wartezeiten, geschweige denn beim anschließenden Training. Mir war es tatsächlich nicht möglich in den vier Stunden mehr als zwei Abfahrten zu machen. Das geht gar nicht! Dennoch sind die Jungs auf einem guten Weg den Cup durch Lizenzeinschränkung aufzuwerten und ich empfinde es als guten Trend eine eigene Top-80 einzurichten.
 
    Photo by Kerstin Krippendorf

In diesem selektierten Training, wie man es auch aus dem Worldcup kennt, ist man endlich zum Fahren gekommen und ich konnte schnell einen super Fluss finden. Die Strecke war bekannt, durch das endlich gute Wetter allerdings deutlich schneller als letztes Jahr und auf die lange Distanz ziemlich hart. Ungewohnterweise schien dabei mein Material vor mir am Limit gewesen zu sein und ich musste teilweise bewusst Schwung herausnehmen um nicht abgeworfen zu werden. Dennoch konnte ich erstaunlich schnelle Kurvengeschwindigkeiten fahren, bestimmt auch ein Verdienst des wendigen Demos. 
Aber begleitet selbst meinen Seeding-Run als Helmcam-Lauf. Rein vom Gefühl her musste ich auf den Geraden zwar zu viel bremsen, die gut getroffenen Kurven schienen sich aber zu summieren. Ich konnte eine gute Zeit herausfahren und platzierte mich auf Rang 8 hinter namhaften Größen wie Remi Thirion, Damien Spagnolo, Mickael Pascal, Nick Beer, Bernat Guardia, Ben Reid und Robin Wallner.


Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, wurde Sonntag vor meiner ersten Abfahrt im mittlerweile gewohnt heftigen Regen das Training unterbrochen. Nach reiflicher Überlegung der Veranstalter wurde die Entscheidung getroffen, das Rennen aufgrund des aufgezogenen Nebels und der Unwetterwarnung sicherheitshalber abzubrechen. Der Rettungs-Helikopter hätte so nicht fliegen können und demnach wurde wieder einmal der Seeding-Run gewertet. Da nun bereits zum zweiten Mal in drei Jahren das Problem am Tamaro aufgetreten ist, stellt sich die Frage ob die Veranstaltung nicht einfach zu früh im Jahr ausgerichtet wird.
Abschließend ein paar passende Worte der extra angereisten Schweden: "Das waren die teuersten sechs Abfahrten unseres Lebens!"

So long, man sieht sich zum Bikefestival in Winterberg!
Benny
 
16
Apr
2012
Saisonauftakt Gardasee, BDR-Vorbereitungscamp Todtnau & Descente VTT de Barr Drucken E-Mail


Der erste Bericht für meine mittlerweile 10. Saison und wo soll ich bloß anfangen zu schreiben. Die Bikerei ging für mich wieder los und ich konnte meine Studien-Unterlagen vorerst in die Ecke legen...

    Photo by Moritz Baumung

Nach erfolgreich absolviertem Praxissemester in Stuttgart und anschließendem Prüfungszeitraum bis in den März hinein, der leider auch den ersten Weltcup-Stop in Südafrika überdeckte und es mir daher nicht möglich war teilzunehmen, konnte ich mich erst vor kurzem dem Aufbau des neuen Bikes für 2012 widmen. Vielen Dank dabei an den allerbesten aller Shops "Mr. Bike Pforzheim" für die tatkräftige Unterstützung nach Feierabend!!


   Photo by Oliver Roggenbuck, www.roggenbuck-photodesign.de

Über die Wintermonate ergaben sich beim Mag41.de Racing-Team strukturell ein paar Änderungen und so konnten wir unseren Nachwuchs-Zugang Ferdinand Brunold recht herzlich in den eigenen Reihen begrüßen. Da wir als Team mittlerweile nicht mehr ganz die Frischlinge sind und einige Referenzen aufweisen können, ergaben sich neue Möglichkeiten bezüglich unserer Teamsponsoren. Mit Specialized, SRAM, Tune, POC und Maxxis, sowie Finale Ligure Bike Resort, Cane Creek, Pedro's, Ortema, FiveTen und Crank Brothers wurde das Paket für uns alle perfekt abgerundet. Vielen Dank auch nach wie vor an meine übrig gebliebenen privaten Sponsoren SDG, Contour, den Bikepark Bad Wildbad und meinen Verein SZ Wildbad und die Unterstützung aller Personen drum herum.


So war es mir möglich direkt nach der Elternhaus-Auflösung Ende März rechtzeitig vor Saisonbeginn erste Testläufe mit dem neuen Material am schönen Gardasee durchführen zu können. Das Demo ist von den Daten her zwar nicht bedeutend unterschiedlich zu meinem Banshee und dennoch deutlich verspielter. Der etwas mehr linear ausgelegte Hinterbau ist super flowig zu bewegen und beschleunigen, motiviert aber nicht ganz so stark zum racen. Ebenfalls der Umstieg auf Rock Shox ist für mich ein ziemlicher Lernprozess und ich freue mich auf die enge Zusammenarbeit mit Sram um ein perfektes Setup hinzubekommen. Ansonsten konnten wir ein paar schöne Enduro- und Klettertouren abspulen und hatten eine gute Zeit bis uns das zuziehende Wetter zum BDR-Vorbereitungscamp nach Todtnau trieb.

    Photo by www.Danny-Strasser.de

Um dies nicht allzu sehr in die Länge zu ziehen, anbei der offizielle Bericht: BDR DH-Trainigslager 2012. Neben interessanten Wetterverhältnissen und teilweisem Schneefall war es schön für mich zu sehen wo ich mich bei meinem Zeitlauf auf dem nagelneuen Material einordnen konnte. Leider funktionierte die Zeitmessung nicht 100%-ig und somit spiegeln die Ergebnisse teilweise nicht ganz die Tatsachen wider. Als willkommene Abwechslung standen neben freudigem Beisammensitzen ein gemeinsamer Aufenthalt in der Kletterhalle Emmendingen und dem Badeparadies Schwarzwald auf dem Zeitplan.
Zur Zeit-Überbrückung bis zum ersten Renneinsatz in Barr, legten Fabian Fader und ich noch einen Zwischenstop in Lörrach bei René Schmidt ein, der uns fürstliches Asyl gewährte, merci dafür! 


Dort tobten wir uns auf dem lokalen Pumptrack aus und einer knackigen Feierabend-Runde vom FollowMe-Store. Außerdem kam ich zum ersten Mal in den Genuss die Freiburger Boarderline zu befahren und das wahnsinnige Potential dieser Landschaft zu erleben. Danke an meinen Teamkollegen Noah für die guten Guide-Qualitäten und die tolle Zeit.
Letztlich in Barr angekommen, erwartete uns eine ordentlich veränderte Strecke und es ist immer wieder eine Freude dort seinen persönlichen Saisonauftakt zu bestreiten. Beim Trackwalk genossen die Augen einfach einmal etwas anderes und keine zu klassische Rennstrecke. Dazu kam die französische Gemütlichkeit und zumindest größtenteils trockene Bedingungen.

    Photo by Oliver Roggenbuck, www.roggenbuck-photodesign.de

Neben Wallride und Step-Up aus einem wahnsinns Speedstück heraus waren sämtliche technische und flowige Elemente vertreten, die man sich so vorstellen kann. Aber seht selbst unseren letzten Trainingslauf vor dem Renntag: Helmcam Contour Storyteller. Vor meiner ersten Abfahrt ist mein Bike sogar noch blöderweise vom Shuttel-Anhänger auf die Straße gefallen. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch an meine Freundin Elena fürs anschließend geduldige private shutteln.
Mein Seeding Run lief ohne große Vorkommnisse ruhig und nach Plan ab, ich hatte genügend Reserven fürs Finale und positionierte mich auf Platz 4 als bester Deutscher.

    Photo by Oliver Roggenbuck, www.roggenbuck-photodesign.de

Im Rennlauf befand ich mich allerdings kurzzeitig auf Abwegen, meine Hose hatte sich unerwartet im Sattel eingehangen was etwas an Schwung kostete. So bin ich schlussendlich auf Platz 5 gerutscht (Thirion 2:46, Georges 2:51, Klausmann 2:52.99, Sieber 2:54.60, Strasser 2:54.75, Grossman 2:55.73) und befinde mich auf einem guten Weg mit noch ordentlich Luft nach oben.
Nächste Woche werden die Vorbereitungen mit dem Rennen in Remiremont abgeschlossen um dann endgültig in die neue Saison mit Monte Tamaro Ende des Monats starten zu können.

Bis dahin, euer Benny
 
09
Oct
2011
Saisonabschluss: European + German + Swiss Downhill Cup Finale, Chatel (FRA) + Thale + Bellwald Drucken E-Mail
 

Ein erfolgreicher Rennserienabschluss liegt hinter mir und ich kann auf eine durchaus erfolgreiche Saison mit vielen neuen Erfahrungen zurückblicken...

Um einfach mal ein paar Tage zwischendurch vollständig abschalten zu können und möglichst erholt in mein Praxissemester starten zu können, machten wir uns also auf den Weg nach Griechenland. Eine wirklich schöne All-Inclusive Zeit bei perfektem Wetter von Mittwoch auf Mittwoch, am darauffolgenden Donnerstag holte ich schnell meine Schlüssel beim Olympiastützpunkt in Bad Cannstatt, der mir freundlicherweise ein Zimmer zur Verfügung stellt, und weiter ging es direkt nach Châtel.


Im Freitag-Training genossen wir noch einen wunderschönen Sonnenschein und konnten uns auf der leicht geänderte Strecke austoben. Die ein oder andere Kurve war etwas großzügiger gesteckt, macht den Track aber schlussendlich eher gefährlicher und nicht wirklich selektiv. Bei den Möglichkeiten in diesem Gebiet kann ich einfach irgendwie nicht verstehen warum es genau diese Variante sein muss, aber nunja, überall muss man seine Leistung erbingen. Da ich mit meinem Komplettausfall in Todtnau und den unzufriedenstellenden Platzierungen in Pila nicht die beste Grundlage hatte, war es also wichtig für mich noch die letzten entscheidenden Punkte zu sammeln. Hierbei half mir wieder unsere Helmcam-Abfahrten mit Dominik Gspan und es ist immer wieder erstaunlich wie unterschiedlich doch die einzelnen Fahrer ihre Zeit im Rennlauf machen und es ist äußerst schwierig auf die komplette Distanz dabei dicht genug dran zu bleiben!


Samstag kam dann wie erwartet leichter Regen auf und die Strecke legte eine Kehrtwendung hin. Die im trockenen gut zu fahrenden Abschnitte wurden ziemlich anspruchsvoll, der im Trockenen recht glitschige Schieferhang hingegen legte deutlich an Grip zu und so konnten wir im freien Geläuf ordentlich am Gashahn drehen. Die Quali gestaltete sich hingegen recht anstregend, es trocknete leicht an und war lediglich ein zähes Fahren. Blöderweise bin ich im unteren Drittel auch noch falsch abgebogen, fuhr an einer ungünstigen Stelle aus der Strecke und landete bei meinem Ausflug unter einer Brücke. Das kostete viel Zeit und wichtige Punkte, immerhin war ich an der ersten Zwischenzeit noch 4. und somit motiviert für den Rennlauf. Am Abend streikte dann zum zweiten Mal noch unsere Fahrgastzellentür und so durfte ich die komplette Verkleidung abnehmen um den nötigen Schnapper zu erreichen und umzulegen, immerhin in entsprechender Gesellschaft mit einer ordentlichen Portion Humor.


Am Sonntag kam es dann ganz dicke. Die Vorhersagen waren alles andere als rosig und wir hofften zumindest vor dem angekündigten ersten Schnee ins Tal zu kommen. Mit dem Wohnmobil sollte uns dies gelingen, auf dem Bike wurden wir allerdings nicht verschont. Morgens noch Regen in Strömen und flüssiger bis barziger Matsch auf der Strecke mit mega viel Spaß beim Training und top Ambitionen fürs Rennen, fing es bei den Hobbyläufen knapp oberhalb vom Fahrerlager an weiß zu werden und es fielen dicke Flocken vom Himmel. Gerüchten nach lagen innerhalb weniger Zeit knapp 10cm Neuschnee auf den Dächern am Start und die Fahrer mussten sich ihren Weg bahnen. Bei uns war die Landschaft nur noch leicht gepudert, aber noch immer eisig kalt. Dementsprechend hat auch meine Lunge auf der nicht ganz tretunintensiven Startpassage gebrannt und ich bin einfach nicht ausm Arsch gekommen. Somit leider nur Platz 9 in der Tageswertung und gesamt abgerutscht auf denselben Platz in der Gesamtwertung.


Abends fuhren wir schnell nach Hause damit ich nachts weiter nach Stuttgart düsen konnte um Montag Früh an meinem ersten Tag direkt bei Porsche auf der Matte stehen zu können. Ich erlebte eine spannende erste Woche und ließ mich Freitag Abend aus organisatorischen Gründen ausnahmsweise von Faders für Thale abholen um meine Führung im GDC zu verteidigen. Samstag Früh gingen wir noch schnell anmelden und ich bekam zum ersten Mal in meiner Karriere die Nr. 1 (nach Weltcup Ranking). Mit Privatshuttle (danke!) hatten wir viel Spaß im Training, wobei anhängende Onboard-Fahrt mit Fabi entstand. Irgendwie fanden wir auf unsere Art und Weise doch noch ein wenig Spaß auf dieser eher wenig anspruchsvoll gewählten Route und ich fuhr in der Quali locker auf den 5. Rang.


Dies bedeutete für den Finaltag, dass mir der 21. Platz für den Gesamtsieg reichen würde und so entspannten wir abends in der örtlichen Therme. Am Sonntag wollte ich einfach nur einen sicheren Finalrun absolvieren und nichts riskieren, zumal ja auf dieser Art von Strecke wirklich jeder schnell sein konnte. Im Endeffekt konnte ich meine Führung verteidigen und schaffte somit einen top Gesamtwertungsabschluss. Vielen Dank an dieser Stelle erneut an Faders, die mich perfekt und absolut problemlos in ihre gewohnten Strukturen integrierten und von Kopf bis Fuß versorgten und verwöhnten; abends wurde ich wieder in Stuttgart vor der Haustüre rausgeschmissen.

Rider Blog - Benny Strasser: European + German Downhill Cup Finale, Chatel (FRA) + Thale


In der kommenden Woche möchte ich klären, ob ich meinen Saisonabschluss in Bellwald verwirklichen kann und wäre super happy darüber, da ich ja noch eine Rechnung offen habe mit diesem Ort. Schon zwei Jahre ist es her, dass ich mir am Zielsprung in der Quali das Schlüsselbein brach und da ich letzte Saison die Platte aus der Schulter genommen bekam, war dieses Jahr die erste Gelegenheit dazu. Zwischenzeitlich ist auch mein Video zur diesjährigen Sportlerwahl des Jahres 2011 der Pforzheimer Zeitung fertig geworden und ich bin euch für jede Stimme dankbar; also alle noch schnell voten und weitersagen (es gibt tolle Preise zu gewinnen)!


Rider Blog - Benny Strasser: Saisonabschluss Swiss Downhill Cup Finale, Bellwald


Da ich wirklich klasse Betreuer in der Firma habe und uns Praktikanten eine Menge Freiraum gelassen wird, konnte ich ein letztes Mal in alter Manier nach Bellwald aufbrechen um das Bikejahr gebührend ausklingen zu lassen. Da mein letzter Besuch dort im Jahre 2009 mit meiner ersten ernsthaften Verletzung endete, hatte ich noch eine Rechnung mit der Strecke offen und wollte die Zeit einfach nur genießen.


Gesagt getan, bereits beim Trackwalk hatten wir es ziemlich lustig und so mussten die ersten Schwierigkeiten schon zu Fuß ausgetestet werden. Auch im ersten Training konnten wir recht unbekümmert fahren und dabei entstand mal eine etwas andere Helmcam-Verfolgung mit Jonathan Debus. Außerdem fanden wir auch noch ein wenig Zeit um einige Fotos machen zu können, dankeschön fürs zur Verfügung stellen! Leider musste ich gegen Ende - es war schon stockdunkel geworden - total unspektakulär zu Boden gehen, mein Bike wollte einfach nicht weiter der Strecke folgen und so litten die Handfläche und der kleine Finger im tiefen Staub ein wenig:


Dementsprechend wollte ich am Samstag etwas schonen und absolvierte neben meinen beiden Pflichttrainingsläufen nur noch einen lockeren Qualifikationslauf. Da es schwer fiel den Lenker zu halten und das Ergebnis für mich eher zweitrangig war, konnte ich dennoch viel Spaß bei der Abfahrt aufbauen und landete auf Platz 15. Sonntag ging es bereits wieder besser und ich konnte zum Schluss noch einmal Rennluft vom Feinsten schnuppern. Irgendwie fehlte mir zwar das gezielte Training vom Vortag und ich war nicht perfekt vorbereitet, aber meinen Platz aus dem Seeding-Run konnte ich dennoch verteidigen.


Was bleibt einem da noch groß zu sagen? Das Wetter war traumhaft und ich konnte noch ein paar intensive Sonnenstrahlen tanken. Die Strecke ist einfach eine typisch klassische schweizer Abfahrt und kann einen immer wieder aufs Neue in seinen Bann ziehen. Die Organisation war super, die Atmosphäre ebenfalls und dabei hat das anschließende Wohnmobilausräumen und -fertigmachen für den Winter am darauffolgenden Feiertag nur milde die Freude gelindert. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an all meine Sponsoren und alle sonstigen Unterstützer, die immer hinter mir stehen und mir diese Zeit ermöglichen!!


Schönen Winter und bis bald, euer Benny

 
07
Sep
2011
UCI MTB World Championships 2011, Champéry (CH) Drucken E-Mail
Die für mich erste Downhill Weltmeisterschaft in der Elite-Klasse endete nach einer wirklich schönen und entspannten Woche mit einem tollen 29. Platz und dem damit vermeintlich besten internationalen Ergebnis seither...

Rider Blog - Benny Strasser: UCI MTB World Championships 2011, Champéry (CH)


Bei einer WM ist der Zeitplan immer ein wenig auseinander gezogen aufgrund der vielen ausgetragenen Disziplinen und deshalb reisten wir bereits Montag an um schlussendlich doch noch den Trackwalk gerade so zu verpassen. Leider war es nicht so einfach sich als Einzelfahrer zu akkreditieren und die zuständigen Offiziellen waren noch nicht vor Ort. Da die Strecke aber absolut identisch zum letzjährigen Worldcup war, sollte dies nicht weiter wild sein und so trafen sich die Deutschen Fahrer dienstags erneut um sich zwischen allen anderen Nationaltrainern einzeln anzumelden.
Immerhin war dies problemlos möglich und so konnten wir fast pünktlich ins erste Training starten. Es ist immer wieder erstaunlich wie steil der Track dann doch in Wirklichkeit ist und das erste vorsichtige "Abrollen" ist dabei garnicht einmal so einfach. Entsprechend zügig kam dann aber zwangsweise auch der Speed und der Spaßfaktor stellte sich ziemlich schnell ein. Ich musste aufpassen nicht zu viel und zu lapidar fahren zu gehen, dabei entstand auch unser Helmcam-Video mit dem Österreicher Matthias Stonig (CanfieldBrothers).


Am Abend fand dann noch die "Official Opening Ceremony" statt und wir waren größtenteils mit unseren Athleten vertreten. Der Marsch durch das malerische Champéry war wirklich schön, nur der Abschluss im Planadium (auf einer mit sporadischen Teppichen abgedeckten Eislaufbahn) ein wenig langatmig und vor allem kalt. Da wir auf die Tage verteilt eine ganze Menge Trainingsmöglichkeiten hatten, entschied ich mich Donnerstag nach einem nächtlichen Regenschauer nur zu Fuß auf die Strecke zu gehen und den verpassten Trackwalk nachzuholen. Für mich war dies absolut die richtige Entscheidung, da an diesem Tag viele auf der glitschigen Strecke unnötig stürzten, ich noch ein paar ganz interessante Lines finden konnte und mich parallel dazu ein wenig erholte. Auch interessant war es mit anzuschauen wie sich die Cross-Countries quälten und ein wirklich interessantes 4X-Rennen mitzuerleben; von den Trialern hat man leider recht wenig mitbekommen.

Währenddessen wurde mein Bike von den SRAM-Jungs noch ein wenig aufgepimpt und ich bekam die neue Elixir 9, sowie die XO DH-Komponenten verpasst, vielen Dank dafür! Freitag ging es dann fast wie gewohnt ins normale Rennwochenende und den in Worldcups üblichen Zeitlauf. Bis auf ein Verlassen der Strecke im oberen Teil war der recht solide und ich platzierte mich auf Rang 36, nicht zu schlecht. Doch irgendwie vermisste ich das gemeinsame Fahren ziemlich, die anderen Nationen waren unter sich und da will man sich auch nicht mit rein drängen. Die Junioren und Frauen hatten andere Trainingszeiten und da wir auch nicht in einer gemeinsamen Unterkunft nächtigen wollten, fehlte dieser Zusammenhalt einfach.


Für den Renntag waren die Wetteraussichten wie gewohnt alles andere als rosig und so war ich mental schon die ganze Woche auf ein heftiges Rennen eingestellt und fühlte mich gut vorbereitet. Samstag suchte ich mir noch die sicheren Alternativ-Linien zusammen, falls es wirklich wieder wie die letzten beiden Male kommen sollte und war erstaunt, dass es Sonntag Früh noch so verhältnismäßig trocken war. Als ich das letzte Mal noch eine Abfahrt mit den nach wie vor heiß geliebten HighRoller II testen wollte, wurde ich aber schon nicht mehr auf den Berg gelassen, da die Angst eines Sturzes noch zu groß war (der freitägige Zeitlauf verzögerte sich wegen einer heiklen Rettungsaktion ziemlich).

Leicht verwirrt was die Reifenwahl anbelangt dauerte es hingegen nicht mehr lang bis es endlich los ging und die Wolken ihre Pforten öffneten. Zwischenzeitlich war es sogar so heftig, dass scheinbar schon das gesamte Rennen auf dem Spiel stand. Der Nebel war so dicht geworden, dass der Heli ziemliche Mühen hatte zwei unglücklich gestürzte Junioren aus dem Hang zu bergen, woraufhin sich alles um über eine Stunde verzögerte. Viel hätte nicht mehr gefehlt und es wäre für uns Elite-Fahrer zu spät geworden, meinten zumindest die Veranstalter. Doch irgendwie konnten sie es dennoch aufholen und es kam zu keinen weiteren Unterbrechungen, so dass wir fast pünktlich starten konnten.


Im Vorfeld konnte man deutlich sehen, dass es absolut kein Zuckerschlecken werden würde und man eigentlich nur mit dem Schlimmsten rechnen konnte. Kaum ein Fahrer kam ohne Sturz ins Ziel und auch sonst war schon viel Action geboten. Daher entschied ich mich einen sicheren und sauberen Lauf zu fahren, der im Nachhinein vielleicht etwas zu vorsichtig war. Den anstehenden Urlaub im Kopf wollte ich nichts riskieren, aber hätte schlussendlich schneller fahren können. Im oberen Teil baute ich dazu noch ein paar dicke Patzer mit ein, die bei solch einer cruisenden Fahrweise nicht hätten passieren dürfen, aber immerhin bin ich auf dem Bike geblieben und konnte mir somit noch einen Platz in der Top30 sichern.
Jetzt geht es aber erst einmal mit der Freundin eine Woche lang in den wohl verdienten Urlaub um dann mit Châtel und Thale die diesjährigen E- und GDCs abzuschließen. Da mein Praxissemester während dieser Zeit auch wieder startet, bin ich mir noch unschlüssig ob ich meinen obligatorischen Saisonabschluss in Bellwald fahren kann, man wird sehen.

Bis dahin, ride on, Benny

 
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