Aufgrund des abgesagten zweiten Laufes des iXS Swiss Downhill Cup am 1./2. Juli entschied ich mich spontan mit ein paar Kollegen (www.daniel-harder.de) nach Schladming zum Training für den dortigen letzten Worldcup zu fahren. Das Wetter war eigentlich ganz okay, teilweise nieselte es ein wenig, aber das vergrößerte nur den Trainingseffekt. DIe Strecke dort ist echt der Hammer. Ich bin sie 2002 das letzte Mal gefahren und sie hat sich in den Jahren wirklich grundlegend verändert. Alles ist viel schneller geworden, es sind viele schöne Sprünge eingebaut, aber sie ist trotzdem an einigen Stellen noch sehr technisch. Jedenfalls blieben wir dort Samstag und Sonntag, meine Mum schoss noch ein paar Fotos, die ihr hier sehen könnt.

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Am Wochenende darauf sollte dann die Europameisterschaft im Downhill in Commezzadura, Val di Sole / Italien stattfinden. Donnerstag war gegen Mittag unser Hotel der Treffpunkt mit dem deutschen Nationalteam. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten (ich teilte mir eines mit Erik Irmisch), gingen wir auch schon auf die Strecke. Sehr weit gesteckt, viele Steilstücke, viele Wurzeln, viele Steine, ziemlich lang und keine Sprünge. Auf den ersten Blick alles recht verwirrend, eigentlich nicht so mein Fall, aber doch wohl nicht so sehr schwer zu fahren.
Falsch, alles ganz falsch. Als wir Freitag auf der Strecke waren, musste ich genau das Gegenteil feststellen. Nach einer Fahrt hatte ich die Strecke sofort im Kopf, sie war alles andere als einfach zu fahren, machte mir aber trotzdem riesig viel Spaß. Am Abend fand der Einmarsch der Nationen statt und ich musste als jüngster Fahrer traditionsgemäß Deutschland vertreten und die Fahne tragen.
Über Nacht regnete es auch wieder und somit war es teilweise echt eine Herausforderung sauber und überhaupt heil herunter zu kommen. So blieb es das ganze Wochenende über und wir hatten leider auch zwei Ausfälle (André Wagenknecht stürzte wieder unglücklich auf seine Hand und Antje flog gegen einen Baum, Prognose: Schulterbruch), wobei wir da nicht die einzigsten waren.
Von Minute zu Minute änderten sich die Ideallinien, wir planten also nach dem Seedingrund die Strecke nochmals abzulaufen. Zum Seedingrun hin trocknete alles jedoch schon so stark ab, dass wir mit unseren Wet Screams nicht so wirklich gut bedient gewesen waren, trotzdem wurde ich mit meinem blöden Lauf Neunter bei den Junioren (4:24) und nach Johannes Fischbach (vierter Junior, 4:14) zweitbester Deutscher. Nach dem Semi-Finale regnete es wieder stark und beim Abgehen wurden wir schön nass. Unsere Problemstellen merzten wir zusammen aus und Sonntag früh fühlte ich mich richtig wohl und schnell auf der Strecke, die Wet Screams gingen gut. Zum Finale hin trocknete die Strecke jedoch wieder ab, High Roller wären ideal gewesen, jedoch hatte ich die zuvor nie ausprobiert. Jens Böttner hat uns mit dem BDR-Bus zum Start geshuttlet und wir fuhren uns oben noch warm, bevor es losging...

Die Ergebnisse der EM findet ihr hier, ein paar schöne Bilder gibt es auf http://new.mtbs.cz

Gleich vor dem ersten Steilstück rutschte ich mit den Wet Screams unglücklich auf einer Wurzel weg, mein Rad purzelte aus der Strecke und als ich mich wieder draufschmiss, merkte ich, dass der Griff locker war und der linke Bremsgriff nach oben gebogen war. Also bin ich total unkonzentriert nur mit der Hinterbremse und einem nervig drehenden Griff das Finale gefahren. Im unteren Teil wollte ich dann das Vorderrad über einen Baumstumpf heben, was mir aber mit dem Griff nicht gelang, so kam mein zweiter Sturz zustande. Als ich wieder stand, habe ich erst einmal nach oben geschaut, ob der nächste Fahrer nicht schon kommt, das war jedoch nicht der Fall, meine Bremse zurechtgeklopft und bin demotiviert weitergefahren. Im Ziel hatte ich dann immerhin noch eine Zeit von 4:40, was ich nur durch den (außer den materiellen Behinderungen und den zwei Stürzen) perfekten Lauf erklären kann; schade eigentlich. Im Endeffekt bedeutete das für mich einen 22. Platz. Erik Irmisch hatte einen perfekten Lauf und wurde 13. mit einer 4:28. Johannes Fischbach verpasst seinen Start um ein paar Sekunden und konnte so nur mit einer 4:30 und einem 14. Platz finishen. Auch Thommy und Johannes stürzten und landeten weit hinten (48., 52.). Bei der Elite lief es nicht viel besser, David Schatzki stürzte beispielsweise auch zweimal, Frank Schneider hatte keinen guten Lauf (4:23), er wurde immerhin noch 26.
Zusammenfassend gesagt haben wir zwar viele Erfahrungen sammeln können, aber wirklich was gerissen haben wir nicht.
Bei den Junioren gewann eindrucksvoll Brendan Faircloth mit 3:58 und wurde somit wieder Europameister. Gee Atherton entschied die Eliteklasse mit 3:50 für sich.

Danke an die Mannschaft vom BDR, die uns betreut hat, danke vor allem an Jens Böttner als Betreuer und Mechaniker und an unseren Masseur Mathias!

 

Weiter ging es am Wochenende darauf zum dritten Lauf des iXS German DH Cups nach Rittershausen. Von den Vorjahren hatte ich eigentlich nur schlechte Erinnerungen an Rittershausen, das muss ich zugeben. Zum einen war es doch immer eine sehr tretreiche Strecke, dann hat es dazu immer auch noch geregnet und auf den ganzen Wurzelschrägfahrten war es ein Pokerspiel wer gut herunterkam. So landete ich bis auf letztes Jahr nie in den Top 10. Jedenfalls hat sich das alles im Endeffekt ziemlich geändert; die Strecke war in diesem Jahr der Hammer!!!!! Das obere lange Tretstück über die Wiese war zwar geblieben, aber der Rest der Strecke entschädigte einen für alles. Im oberen Teil gewohnt technisch, aber trotzdem schnell, schöne Kurven und alles recht gerade gesteckt. Die schnelle Zufahrt zu den Schikanen und diese selbst waren erhalten und nach der dritten ging es dann vom alten Streckenverlauf links weg auf ein ganz ordentliches Roadgap zu. Das war einfach nur Spaß!! Kurz danach folgte ein neues Steilstück, das - mit anschließendem Drop in ein weiteres - doch auch recht anspruchsvoll zu fahren war. Der finale Sprung im Wald über ein eigens angestautes Matschloch war dann noch die Krönung (vor allem für die Zuschauer), bevor man auf die obligatorische Teerstraße hinausgespuckt wurde. Kurz vor dem Ziel hatten die Rittershäusener noch eindrucksvoll ein Treppendrop mit 3,5m Höhe gezaubert, der auch nicht so ohne war (gell Julian?). Obendrein hatten wir noch allerschönstes Wetter, kein einziger Regentropfen das ganze Wochenende, einen richtig idyllischen Platz zum Campen, nette Gesellschaft, und die Orga war im Vergleich zu den ersten iXS Rennen auch besser. Dickes Lob an die Rittershäusener, mit das geilste Rennen, das ich in Deutschland je gefahren bin. Nach einem fünften Platz in der Quali, in der ich mir gar keinen Stress gab und sowieso die für Cosmic Sports prophezeite Zeit von 2:22 fahren wollte, landete ich im Finale mit einem ganz guten Lauf und einer 2:15.84 auf dem dritten Platz bei den Lizenz Junioren, knapp hinter Thommy Kiesewetter (2:15.12) und Johannes Fischbach (2:11), was für uns alle drei eine Top 10 Platzierung in der Eliteklasse bedeutete. Somit stehe ich in der Gesamtwertung weiterhin auf Platz 3, das Team LAST verbesserte sich in der Teamwertung auf Platz 4 und wir fuhren nach einem richtig entspannten Wochenende frisch gestärkt nach Hause.
Alle Ergebnisse findet ihr wie immer auf trailtime.de, die Bilder von dem Wochenende bei sk-net-media.de
EM Italien + iXS Cup Rittershausen
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