Abfahrten
machte. Die Strecke war recht schwierig in den Kopf zu bekommen und auch total
anstrengend zu fahren, was ich dann am Abend bemerkte. Die richtig schnellen
Jungs ließen sich an dem ersten Trainingstag noch nicht blicken, da sie ja
die Strecke alle schon kannten und wussten, dass man seine Kräfte sparen muss.
Den Tag über nieselte es schon immer so unangenehm und das sowieso schon so
matschige Waldstück wurde immer schwerer zu fahren. Die Nacht über blieben
wir oben am Gelände stehen.
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2006 by Benny Strasser


Die
Tour ging also Montag früh los durch Deutschland, durch die Niederlande, nach
Belgien (6 Stunden Fahrzeit) zur Fähre, wo es um 14 Uhr mit dem Verladen losging.
Damit dann nach Rosyth bei Edinburgh in Schottland (18 Stunden Fahrzeit), gegen
Dienstagmittag kamen wir an und von dort ging es letztendlich direkt nach Fort
William (Fahrzeit 4 Stunden). Wir schauten kurz zum Veranstaltungsgelände hoch
und fuhren auf einen nahe gelegenen Campingplatz um dort zu übernachten. Am
nächsten Tag ging es die Strecke ablaufen. Im oberen Bereich lag teilweise noch
Schnee an dem ersten Tag. Die Strecke war oben auch sehr ruppig und dazu wehte
ein kräftiger Wind. Der Track schlängelte sich kontinuierlich über Steine, Felsen
und Steinplatten einen 1m breiten Singletrail ins Tal, bis er die Waldgrenze
erreichte. Dort ging es von schnell und ruppig in sehr technisch und steil über.
Die Strecke lief in einem BX-ähnlichem, relativ flachem Stück mit schönen weiten
Sprüngen aus, bis man schließlich in den 4X sprang und durch Ziel kam. Abends
wieder zurück zum Campingplatz, da für diesen Tag außer der Inspektion der Strecke
kein Programm für die DHler mehr vorgesehen war, und dort dann wieder übernachtet.
Am kommenden Tag (Donnerstag) konnte man zum ersten Mal die Strecke befahren.
Es machte so viel Spaß, dass ich bestimmt 5
Jedenfalls
hatte es die Nacht über natürlich wieder geregnet, am Morgen sah es auch nicht
besser aus, die Berge waren alle in einen dunklen Schleier gehüllt. Auf dem
Berg sah es auch nicht besser aus. Starker Wind, schlechte Sicht und rutschige
Strecke. Im oberen Teil ging sie zu fahren, obwohl auf den Steinen eine ekelige
Schmierschicht drauf war, was aber eigentlich nicht weiter wild war. Im Wald
hingegen hatte sich ein kleines Gebirgsbächlein dazu entschlossen unsere DH-Strecke
hinunter zu fließen, woraus eine unangenehm lehmige Pampe entstand, in der
sich tiefe Löcher bildeten, in denen man gut stecken bleiben konnte. Das untere
Stück war anstrengender als je zuvor und so beließ ich es an diesem Freitag
bei der einen Fahrt, zumal mir auch noch vom Vortag die Fingergelenke gut
weh taten von dem vielen Bremsen. Was mich jedoch erstaunte war, dass ich
die ganze Zeit über super mit den High Rollern zurecht kam. Weder setzten
sie sich mit Schlamm zu, noch rutschten sie irgendwo, super Reifen für die
Strecke bei jedem Wetter! Also an dem Tag noch einen Ruhigen gemacht und noch

mal gegen
Nachmittag die Strecke abgelaufen. Hier und da sah man mal einen etwas schnelleren
Kollegen, aber in der Pampe war wirklich nicht gut zu fahren.
Wir hatten zwar nur eine B-Park-Marke, was so viel wie Fahrerlagererlaubnis
über den Tag bedeutete, und prompt wurden an unser Mobil, den Solid-Pavillon,
auf den wir aufpassen sollten, das Mobil von den schweizer Kollegen und an alle
anderen unberechtigt stehenden Gegenstände Zettel geheftet, dass wir verschwinden
sollten, da sonst das die Polizei für uns übernehmen würde. Mit dem Herrn Dominik
Gspan aus der Schweiz sprachen wir uns ab, dass wir trotzdem einfach stehen
bleiben, den Pavillon haben wir aber abgebaut, um nicht so viel Platz zu blockieren
und weil es auch am anfälligsten gegen das "Abschleppen" der Männchen in Blau-Weiß,
oder wie die in Schottland aussehen, ist. Die Nacht verlief ruhig, am Morgen
schauten die Ordner komisch, als wir alle einfach ganz dreist noch dastanden,
haben aber weiter nichts mehr gesagt und damit war das Thema ein für alle mal
erledigt, sie waren so gnädig und ließen uns dort oben die restliche Zeit verweilen.
Danke dafür!

Nach
dem Rennen sind wir noch ganz in den Norden Schottlands ans Meer gefahren, da
unsere Fähre erst am Dienstag zurückgehen sollte. Wir haben noch kurz die Nessie
besucht und sind etwas durch das Gebirgsland gefahren.
Inzwischen sitze ich wieder auf dieser Richtung Belgien und wir sehen hier schon
das Festland, dann wird es sieben Stunden Fahrt nach Hause geben und von dort
direkt zum nächsten Worldcup nach Willingen weitergehen.

Am Samstag
hatten sich Strecke und Leute dann schließlich an das Wetter gewöhnt, die
Strecke wurde überall ausgebessert und es ließ sich wesentlich angenehmer
fahren. Im oberen Teil waren die ganzen tiefen Bremswellen entfernt worden,
im Wald die schwarzen Löcher auch und so konnte man ganz vernünftig fahren.
Am Abend fand die Quali für den 4X statt, der wir alle natürlich beiwohnten.
Es waren viele Starter da und einige der deutschen kamen auch ins Finale,
was am Sonntag stattfinden sollte; der schnellste war natürlich wieder der
Herr Prokop.
Sonntag
früh hieß es noch mal die Strecke abrollen und den letzten Feinschliff hinzubekommen.
Nun konnte man auch oftmals Minnaar, Peaty, Hill, die Athertons usw. den Hang
runterrasen bzw. sogar auch teilweise "vom Rad absteigen" sehen. Meine Linie
hatte ich soweit dann nach erneuten zwei Fahrten gut im Kopf und bereitete
mich und mein Bike auf die Quali vor. Die niedrigsten Nummern sollten zuerst
starten, das heißt die schnellsten zuerst.
Am
Start war es dann extrem kalt, dort hieß es also sich warm zu halten. Dann ging
es los. Mein Lauf war vom Gefühl her ganz gut, ich hatte wirklich Spaß dabei.
Im oberen Drittel lag dann mein Vordermann plötzlich mitten auf der Strecke,
ich musste großräumig ausweichen, was mich schon etwas an Zeit kostete, aber
nicht weiter störte. Im letzten Viertel der Strecke, auf der langen Zielgeraden,
verließen mich so langsam die Kräfte und die Zielsprünge waren ganz schön anstrengend.
Da war man dann schon froh, als die Uhr bei 5:10min im Ziel endlich stehen blieb.
30 Sekunden hinter mir kam Jojo ins Ziel gesprungen, die Zeitnahme zeigte keine
Zeit an, aber es war auch so etwas um die 5:10min. Zu diesem Zeitpunkt bedeutete
das immerhin noch 83. Platz. Das war es dann natürlich schon für das Finale,
aber damit hätte ich auch nie gerechnet. Im Endeffekt landete ich auf dem 120.
Platz der Männer bei Rund 200 Teilnehmern. Im Nachhinein habe ich im oberen
Teil zu wenig Druck gemacht, aber die Erfahrungen, die ich habe sammeln können,
sind einfach Gold wert!

Gewonnen
hat Sam Hill (4:25.33) mit einem deutlichen Vorsprung vor Cedric Gracia (4:26.59)
und Greg Minnaar (4:27.64). Vierter wurde ganz knapp Steve Peat (4:27.68) und
Gee Atherton (4:27.77) landete schließlich ebenso knapp auf dem fünften
Platz.
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UCI
Mtb Worldcup DH #2, Fort William
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