Abfahrten machte. Die Strecke war recht schwierig in den Kopf zu bekommen und auch total anstrengend zu fahren, was ich dann am Abend bemerkte. Die richtig schnellen Jungs ließen sich an dem ersten Trainingstag noch nicht blicken, da sie ja die Strecke alle schon kannten und wussten, dass man seine Kräfte sparen muss. Den Tag über nieselte es schon immer so unangenehm und das sowieso schon so matschige Waldstück wurde immer schwerer zu fahren. Die Nacht über blieben wir oben am Gelände stehen.

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Die Tour ging also Montag früh los durch Deutschland, durch die Niederlande, nach Belgien (6 Stunden Fahrzeit) zur Fähre, wo es um 14 Uhr mit dem Verladen losging. Damit dann nach Rosyth bei Edinburgh in Schottland (18 Stunden Fahrzeit), gegen Dienstagmittag kamen wir an und von dort ging es letztendlich direkt nach Fort William (Fahrzeit 4 Stunden). Wir schauten kurz zum Veranstaltungsgelände hoch und fuhren auf einen nahe gelegenen Campingplatz um dort zu übernachten. Am nächsten Tag ging es die Strecke ablaufen. Im oberen Bereich lag teilweise noch Schnee an dem ersten Tag. Die Strecke war oben auch sehr ruppig und dazu wehte ein kräftiger Wind. Der Track schlängelte sich kontinuierlich über Steine, Felsen und Steinplatten einen 1m breiten Singletrail ins Tal, bis er die Waldgrenze erreichte. Dort ging es von schnell und ruppig in sehr technisch und steil über. Die Strecke lief in einem BX-ähnlichem, relativ flachem Stück mit schönen weiten Sprüngen aus, bis man schließlich in den 4X sprang und durch Ziel kam. Abends wieder zurück zum Campingplatz, da für diesen Tag außer der Inspektion der Strecke kein Programm für die DHler mehr vorgesehen war, und dort dann wieder übernachtet. Am kommenden Tag (Donnerstag) konnte man zum ersten Mal die Strecke befahren. Es machte so viel Spaß, dass ich bestimmt 5

Jedenfalls hatte es die Nacht über natürlich wieder geregnet, am Morgen sah es auch nicht besser aus, die Berge waren alle in einen dunklen Schleier gehüllt. Auf dem Berg sah es auch nicht besser aus. Starker Wind, schlechte Sicht und rutschige Strecke. Im oberen Teil ging sie zu fahren, obwohl auf den Steinen eine ekelige Schmierschicht drauf war, was aber eigentlich nicht weiter wild war. Im Wald hingegen hatte sich ein kleines Gebirgsbächlein dazu entschlossen unsere DH-Strecke hinunter zu fließen, woraus eine unangenehm lehmige Pampe entstand, in der sich tiefe Löcher bildeten, in denen man gut stecken bleiben konnte. Das untere Stück war anstrengender als je zuvor und so beließ ich es an diesem Freitag bei der einen Fahrt, zumal mir auch noch vom Vortag die Fingergelenke gut weh taten von dem vielen Bremsen. Was mich jedoch erstaunte war, dass ich die ganze Zeit über super mit den High Rollern zurecht kam. Weder setzten sie sich mit Schlamm zu, noch rutschten sie irgendwo, super Reifen für die Strecke bei jedem Wetter! Also an dem Tag noch einen Ruhigen gemacht und noch

mal gegen Nachmittag die Strecke abgelaufen. Hier und da sah man mal einen etwas schnelleren Kollegen, aber in der Pampe war wirklich nicht gut zu fahren.

Wir hatten zwar nur eine B-Park-Marke, was so viel wie Fahrerlagererlaubnis über den Tag bedeutete, und prompt wurden an unser Mobil, den Solid-Pavillon, auf den wir aufpassen sollten, das Mobil von den schweizer Kollegen und an alle anderen unberechtigt stehenden Gegenstände Zettel geheftet, dass wir verschwinden sollten, da sonst das die Polizei für uns übernehmen würde. Mit dem Herrn Dominik Gspan aus der Schweiz sprachen wir uns ab, dass wir trotzdem einfach stehen bleiben, den Pavillon haben wir aber abgebaut, um nicht so viel Platz zu blockieren und weil es auch am anfälligsten gegen das "Abschleppen" der Männchen in Blau-Weiß, oder wie die in Schottland aussehen, ist. Die Nacht verlief ruhig, am Morgen schauten die Ordner komisch, als wir alle einfach ganz dreist noch dastanden, haben aber weiter nichts mehr gesagt und damit war das Thema ein für alle mal erledigt, sie waren so gnädig und ließen uns dort oben die restliche Zeit verweilen. Danke dafür!

Nach dem Rennen sind wir noch ganz in den Norden Schottlands ans Meer gefahren, da unsere Fähre erst am Dienstag zurückgehen sollte. Wir haben noch kurz die Nessie besucht und sind etwas durch das Gebirgsland gefahren.
Inzwischen sitze ich wieder auf dieser Richtung Belgien und wir sehen hier schon das Festland, dann wird es sieben Stunden Fahrt nach Hause geben und von dort direkt zum nächsten Worldcup nach Willingen weitergehen.

Am Samstag hatten sich Strecke und Leute dann schließlich an das Wetter gewöhnt, die Strecke wurde überall ausgebessert und es ließ sich wesentlich angenehmer fahren. Im oberen Teil waren die ganzen tiefen Bremswellen entfernt worden, im Wald die schwarzen Löcher auch und so konnte man ganz vernünftig fahren. Am Abend fand die Quali für den 4X statt, der wir alle natürlich beiwohnten. Es waren viele Starter da und einige der deutschen kamen auch ins Finale, was am Sonntag stattfinden sollte; der schnellste war natürlich wieder der Herr Prokop.

Sonntag früh hieß es noch mal die Strecke abrollen und den letzten Feinschliff hinzubekommen. Nun konnte man auch oftmals Minnaar, Peaty, Hill, die Athertons usw. den Hang runterrasen bzw. sogar auch teilweise "vom Rad absteigen" sehen. Meine Linie hatte ich soweit dann nach erneuten zwei Fahrten gut im Kopf und bereitete mich und mein Bike auf die Quali vor. Die niedrigsten Nummern sollten zuerst starten, das heißt die schnellsten zuerst.

Am Start war es dann extrem kalt, dort hieß es also sich warm zu halten. Dann ging es los. Mein Lauf war vom Gefühl her ganz gut, ich hatte wirklich Spaß dabei. Im oberen Drittel lag dann mein Vordermann plötzlich mitten auf der Strecke, ich musste großräumig ausweichen, was mich schon etwas an Zeit kostete, aber nicht weiter störte. Im letzten Viertel der Strecke, auf der langen Zielgeraden, verließen mich so langsam die Kräfte und die Zielsprünge waren ganz schön anstrengend. Da war man dann schon froh, als die Uhr bei 5:10min im Ziel endlich stehen blieb. 30 Sekunden hinter mir kam Jojo ins Ziel gesprungen, die Zeitnahme zeigte keine Zeit an, aber es war auch so etwas um die 5:10min. Zu diesem Zeitpunkt bedeutete das immerhin noch 83. Platz. Das war es dann natürlich schon für das Finale, aber damit hätte ich auch nie gerechnet. Im Endeffekt landete ich auf dem 120. Platz der Männer bei Rund 200 Teilnehmern. Im Nachhinein habe ich im oberen Teil zu wenig Druck gemacht, aber die Erfahrungen, die ich habe sammeln können, sind einfach Gold wert!

Gewonnen hat Sam Hill (4:25.33) mit einem deutlichen Vorsprung vor Cedric Gracia (4:26.59) und Greg Minnaar (4:27.64). Vierter wurde ganz knapp Steve Peat (4:27.68) und Gee Atherton (4:27.77) landete schließlich ebenso knapp auf dem fünften Platz.
UCI Mtb Worldcup DH #2, Fort William
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