Wir schreiben Freitag, den 19. Mai in einer kleinen Universitätsstadt mit dem schönen Namen Ilmenau. In dem doch sonst so ruhigen Städtchen war auf einmal eine gewisse Grundunruhe zu spüren, irgendetwas riesiges bewegte sich auf einen ganz speziellen Punkt zu. Die Unruhe veränderte sich zu einem wirren Durcheinander, bis die Invasion begann...

Über 650 kräftigste Wesen, die, wie Willinger Spezialisten vermuten, alle aus Star Wars kommen, stürmten wie wild zuerst eine große Wiese, wo sie ihre Lager aufschlugen, dann eine kleine Blockhütte und zuletzt größere Autos, die sie Shuttles nannten. Kurzum, es entstand ein riesiger Trubel all diese Kreaturen auf den Ilmenauer Hausberg zu bringen, von wo sie ihre Macht auf dem Weg nach unten demonstrieren wollten. Der ganze Himmel wurde schwarz, es schien als sei er ein alter Verbündeter dieser Sith und er demonstrierte seine fürchterliche Macht mit kleinen unsichtbaren und später harten weißen Geschossen, zwischendurch verwirrte er mit blendenden Strahlen und warf sogar die Siedlung der Invasoren komplett durcheinander.
So oder ähnlich könnten sich einige Einwohner wohl gefühlt haben, es war wirklich richtig was los in Ilmenau in diesem Jahr, auch waren insgesamt ziemlich viele Zuschauer da, was sicherlich auch daran lag, dass der zweite Tourenstop von The Cut Slopestyle in Ilmenau stattfinden sollte.

Copyright 2006 by Benny Strasser
Alle Ergebnisse findet ihr hier.
Fotos vom Rennen mit freundlicher Unterstützung von www.sk-net-media.de

Natürlich regnete es Freitag in der Früh, wie sollte es auch auf deutschen Rennen am Wochenende anders sein!? Sehr viel zum Fahren ist man auch nicht wirklich gekommen, weil schon am Freitag die Anmeldekapazität von 650 Fahrern erreicht war. Gegen Nachmittag besserte sich das Wetter, die Strecke war aber schon etwas "eingefahren matschig". Der Wetterbericht für Samstag sagte Regen und ein Unwetter (Warnung!) voraus, dem wir aber eigentlich nicht wirklich Glauben schenkten. Samstag sollte nämlich zum einen die Qualifikation im Downhill und zum anderen auch am Abend bis 24 Uhr das Finale des Slopestyles sein. In der Nacht hatte es zwar etwas geregnet aber am Morgen sah das Wetter recht okay aus. Wieder waren nicht allzu viele Fahrten möglich, denn trotz der super Organisation der Ilmenauer, konnten auf dem kleinen Waldweg einfach nicht so oft die Shuttles fahren und um 14 Uhr sollte die Quali beginnen. Die Strecke war an sich von der Führung her wie im vergangenen Jahr, doch wirkte sie schon im Training viel schneller. Am Start stand nun ein kleiner Table, damit die lange Startgerade nicht mehr so lang und zäh erscheint. Die restlichen Sprünge kamen mir allgemein etwas verkleinert vor, was man sich aber auch schnell einbilden kann und trotz des nun doch schon wirklich schlammigen Bodens (Wet Sreams waren schon fast obligatorisch) war es kein Problem alle locker zu springen. Neu in diesem Jahr war, dass der große Holzanlieger im Zielbereich wieder stand, der wirklich Spaß macht zu fahren, der allerdings auch einige Opfer forderte.

Es glaubte jedoch keiner daran und so wachte man Sonntagmorgen mit dem gewohnten Bild eines dunklen Himmels auf. Es hieß schnell rein in die Klamotten um dann ab 8 Uhr seinen Seeding-Run fahren zu können. Das Wetter besserte sich erstaunlicherweise mehr und mehr, es regnete wenn dann nur noch vereinzelt ein bisschen und die meisten Quali-Läufe gingen trocken über die Bühne. Mein Lauf war in Ordnung, wir haben uns alle einen sehr Ruhigen gemacht zu so früher Stunde und ich wurde zweiter bei den Lizenz Junioren hinter dem Kollegen Fischbach. Die Strecke war wieder etwas trockener geworden und es war ganz angenehm zu fahren. Daraufhin kam noch eine kleine Trainingseinheit, bevor es auf das Finale zuging. Die Lizenzklassen kamen natürlich wieder sehr spät dran aber es war okay. Mein Run war so im Großen und Ganzen auch recht gut, nur habe ich nach dem Steinsprung bis hin zum Balkensprung einen Käse zusammengefahren, dass ich wirklich Zeit verloren habe. Naja, war wohl nicht weiter wild, ich kam ins Ziel mit einer 2:21 min und wurde wieder zweiter hinter Thommy Kiesewetter mit 2:18 min. In der Meisterklasse gewann mein Teamcheffe Jörg Heydt mit 2:26 min, herzlichen Glückwunsch! Die Elite gewann Schneidi souverän mit 2:11 min vor Andreas Sieber mit 2:14 min und Kristof Lenssens mit 2:14.49 min; Markus Klausmann hat sich ja leider beim Dirten verletzt und konnte so natürlich nicht beim Rennen dabei sein, gute Besserung! Zum Abschluss fand die Siegerehrung statt, wo einem im umgezogenen Zustand erst einmal so richtig auffiel wie schrecklich matschig die Wiese schon geworden war........

Die Quali begann um 14 Uhr für alle Hobbyklassen. Bei 650
Startern hätte sie aber locker bis 20 Uhr gehen müssen, da es zwischendurch auch immer wieder Unterbrechungen und Streckensperrungen gab. So wurden die Elitefahrer auf Samstag Früh verlegt, was für mich bedeutete als drittletzter Fahrer an dem Tag starten zu müssen, voraussichtlich, aufgrund der Stunde, die die Quali schon im Verzug war, um halb Acht. Zuerst kamen also die Kollegen vom Conti-Ranking dran, der schnellste kam den Berg mit einer Zeit von genau 3 Minuten hinunter. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und die Strecke sowie das ganze Aussteller- und Teamrasenareal entwickelten sich zu einem kleinen aber feinen Gebirgsbach mit einer riesigen Auenlandschaft drum herum. Es kamen viele weitere Fahrer den Berg hinunter gestürzt und es wurde immer dunkler und heftiger vom Regen her. Plötzlich begann es auch noch stark zu hageln und zu stürmen. Der ganze Platz war weiß und die armen Hobby Herren waren noch am Fahren. Im Wald fielen wohl einige Bäume um, auf jeden Fall kamen bei uns unten ein paar Äste herunter. Am Start standen viele Fahrer in dem Unwetter, weil es ja einen gewaltigen Startverzug gab. Im Endeffekt wurden dann die Quali von allen Lizenzklassen sowie das Finale des Slopestyles abgebrochen; die Quali des Downhill-Rennens und der Slopestyle sollten also am Sonntag ab 8 Uhr stattfinden.
Für Sonntag sah der Wetterbericht auch wesentlich rosiger aus, zwar mit Sturmwarnung, aber immerhin Sonne.

Aber das sollte egal sein, wir mussten am Dienstag nach Ilmenau schon gegen Mittag an der Fähre in Belgien sein um Richtung Worldcup Fort William in Schottland zu kommen. Deshalb sind wir schnell nach Hause gefahren und kamen dort auch gegen Mitternacht an. Noch schnell die ganzen Drecksklamotten gewaschen, die Race-Tiere Pinki und Bunny Hop ausgeladen, Essen, Wasser; Strom usw. aufgefüllt und paar Stunden später wieder in Richtung Norden losgefahren. Dabei habe ich ausgerechnet, dass ich in der Gesamtwertung mit einem Punkt Rückstand auf Herrn Fischbach auf Platz 2 liege und das Team LAST in der Teamwertung auf Platz 3.

PS: Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich schon auf der Fähre nach Fort William und freue mich riesig auf die Strecke dort.

iXS German DH Cup #1, Ilmenau
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