Es
stand das erste Rennen an und es kam der Tag der großen Entscheidung wohin
die erste Tour mit unserem neuen Racemobil gehen sollte; Barr im Elsass oder
Merxhausen im Solling...
Letztendlich haben mich meine Kumpelz (mit denen ich schon vorher in Bad Wildbad
trainieren war), die bis dato immer so tolle Atmosphäre, das einigermaßen
gut prognostizierte Wetter und die Trainingsmöglichkeit in Willingen für den
anstehenden Worldcup nach Solling gezogen. Am Donnerstag waren Julian Grenz
von Julie-Bike, der kleine "Glücks-Türki" Saddam und ich in Willingen fahren.
Wir haben uns morgens dort getroffen und sind erstmal die Strecke abgerollt.
Das war vielleicht komisch die ganzen verrückten Linien zu begutachten. Der
erste Gedanke war, dass das ja schon fast kein richtiger Downhill mehr ist
und man das gar nicht wirklich als Rennstrecke benutzen kann. Bei weiteren
Fahrten stellte sich jedoch der gewohnte Flow wieder ein und nachdem man sich
über die ersten riesigen Sprünge gewagt hatte auch der Spaß. Ich muss schon
sagen, dass es eine sehr anspruchsvolle Strecke mit ihren Tücken ist, die
jedoch gar nicht so wild zu fahren ist, wie sie im ersten Augenblick den Anschein
macht. Am Abend sind wir noch etwas in Richtung Solling gefahren, haben aber
bei der Hälfte uns irgendwo an den Straßenrand gestellt und die Nacht mit
sternenklarem Himmel genossen. Am nächsten Tag (Freitag) ging um 13 Uhr das
Training in Solling los und wieder musste man sich extrem umstellen. Alles
so eng und klein und kurz, naja. Die Strecke blieb im Großen und Ganzen die
alte, hier und da wurden die kleinen Hopser etwas verändert. Am Abend auch
hier wieder etwas Fluss in die Sache gebracht, sodass es die Nacht ordentlich
regnen konnte.
Moment,
Regen?? Der Wetterbericht hatte doch 20°C und Sonne vorhergesagt; egal, das
waren dann wohl die Kaltregentröpfchen, die übers Land ziehen, dürfte aber
nicht weiter wild sein; nichts war! In ganz Deutschland war wunderschönes
Wetter aber in Merxhausen regnete es fleißig weiter, die ersten Schlammreifen
wurden aufgezogen und bald war es so unfahrbar, dass man an die harten Geschütze
ran musste --- > Spikes called Wet Scream, die eine ordentliche Mangelware
darstellten, da keiner mit diesen Bedingungen gerechnet hatte. Auch ich hatte
trotz der Lieferung von Maxxis, die kurz bevor wir losfuhren, ankam, keine
Wet Screams dabei und habe nach einer Trainingsfahrt am Sonntag festgestellt,
dass es wohl keinen Sinn machen würde unter diesen Umständen die Rennläufe
mitzufahren. Im oberen Teil war die Strecke inzwischen wieder etwas angetrocknet
was aber alles andere als gut war. Der ganze tiefe Schlamm ist richtig zäh
geworden und man hat sich den Wolf getreten und kam trotzdem nicht richtig
vorwärts. Das letzte Wiesenstück entwickelte sich von gut fahrbar rutschig
zu stecken bleiben und umfallen rutschig und es war teilweise fast schon eine
Glückssache um einigermaßen gut durchzukommen. Letztendlich hat mir dann der
Julian noch schnell einen Wet Scream für den einen Lauf geborgt (danke Alter!!),
ich bin schnell an den Start und wollte so schnell wie möglich unten sein,
um mich endlich endgültig umziehen zu können. Das war jedoch nicht so
leicht wie erwartet. Alles ging sehr schleppend voran, es war extrem kräftezehrend
und es schlichen sich permanent kleine Fahrfehler ein. Im Ziel angekommen
war die Zeitnahme dann anscheinend nicht intakt und ich sollte eben im zweiten
Lauf meine Zeit bekommen, den ich aber nicht vorhatte zu fahren. Letztendlich
konnte dann doch noch die Zeit des ersten Laufes gefunden werden, und zwar
eine 2:09.93. Damit stand ich nach dem ersten Lauf auf dem ersten Platz der
Lizenz Junioren und konnte endlich alles fertig machen und mich umziehen.
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Solling
DH Race 2006
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