Es stand das erste Rennen an und es kam der Tag der großen Entscheidung wohin die erste Tour mit unserem neuen Racemobil gehen sollte; Barr im Elsass oder Merxhausen im Solling...

Letztendlich haben mich meine Kumpelz (mit denen ich schon vorher in Bad Wildbad trainieren war), die bis dato immer so tolle Atmosphäre, das einigermaßen gut prognostizierte Wetter und die Trainingsmöglichkeit in Willingen für den anstehenden Worldcup nach Solling gezogen. Am Donnerstag waren Julian Grenz von Julie-Bike, der kleine "Glücks-Türki" Saddam und ich in Willingen fahren. Wir haben uns morgens dort getroffen und sind erstmal die Strecke abgerollt. Das war vielleicht komisch die ganzen verrückten Linien zu begutachten. Der erste Gedanke war, dass das ja schon fast kein richtiger Downhill mehr ist und man das gar nicht wirklich als Rennstrecke benutzen kann. Bei weiteren Fahrten stellte sich jedoch der gewohnte Flow wieder ein und nachdem man sich über die ersten riesigen Sprünge gewagt hatte auch der Spaß. Ich muss schon sagen, dass es eine sehr anspruchsvolle Strecke mit ihren Tücken ist, die jedoch gar nicht so wild zu fahren ist, wie sie im ersten Augenblick den Anschein macht. Am Abend sind wir noch etwas in Richtung Solling gefahren, haben aber bei der Hälfte uns irgendwo an den Straßenrand gestellt und die Nacht mit sternenklarem Himmel genossen. Am nächsten Tag (Freitag) ging um 13 Uhr das Training in Solling los und wieder musste man sich extrem umstellen. Alles so eng und klein und kurz, naja. Die Strecke blieb im Großen und Ganzen die alte, hier und da wurden die kleinen Hopser etwas verändert. Am Abend auch hier wieder etwas Fluss in die Sache gebracht, sodass es die Nacht ordentlich regnen konnte.

Copyright 2006 by Benny Strasser
Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Moment, Regen?? Der Wetterbericht hatte doch 20°C und Sonne vorhergesagt; egal, das waren dann wohl die Kaltregentröpfchen, die übers Land ziehen, dürfte aber nicht weiter wild sein; nichts war! In ganz Deutschland war wunderschönes Wetter aber in Merxhausen regnete es fleißig weiter, die ersten Schlammreifen wurden aufgezogen und bald war es so unfahrbar, dass man an die harten Geschütze ran musste --- > Spikes called Wet Scream, die eine ordentliche Mangelware darstellten, da keiner mit diesen Bedingungen gerechnet hatte. Auch ich hatte trotz der Lieferung von Maxxis, die kurz bevor wir losfuhren, ankam, keine Wet Screams dabei und habe nach einer Trainingsfahrt am Sonntag festgestellt, dass es wohl keinen Sinn machen würde unter diesen Umständen die Rennläufe mitzufahren. Im oberen Teil war die Strecke inzwischen wieder etwas angetrocknet was aber alles andere als gut war. Der ganze tiefe Schlamm ist richtig zäh geworden und man hat sich den Wolf getreten und kam trotzdem nicht richtig vorwärts. Das letzte Wiesenstück entwickelte sich von gut fahrbar rutschig zu stecken bleiben und umfallen rutschig und es war teilweise fast schon eine Glückssache um einigermaßen gut durchzukommen. Letztendlich hat mir dann der Julian noch schnell einen Wet Scream für den einen Lauf geborgt (danke Alter!!), ich bin schnell an den Start und wollte so schnell wie möglich unten sein, um mich endlich endgültig umziehen zu können. Das war jedoch nicht so leicht wie erwartet. Alles ging sehr schleppend voran, es war extrem kräftezehrend und es schlichen sich permanent kleine Fahrfehler ein. Im Ziel angekommen war die Zeitnahme dann anscheinend nicht intakt und ich sollte eben im zweiten Lauf meine Zeit bekommen, den ich aber nicht vorhatte zu fahren. Letztendlich konnte dann doch noch die Zeit des ersten Laufes gefunden werden, und zwar eine 2:09.93. Damit stand ich nach dem ersten Lauf auf dem ersten Platz der Lizenz Junioren und konnte endlich alles fertig machen und mich umziehen.

Im Endeffekt wurde meine Zeit nicht mehr unterboten und somit gewann ich den 8. Solling Downhill 2006 vor Rick Balbierer und Janik Filter. In der Eliteklasse gewann Frank "Schneidi" Schneider mit 1:56.13 vor Koen van Valkenhoef (1:59.27) und Wilfred van de Haterd (2:02.75). Weitere zwei LAST-Fahrer standen auf dem höchsten Podest, dem ersten Platz, zum einen Jörg (Heydt) bei den "Masters Lizenz" (2:18.24) und zum anderen Stefan Westerveld in der Hobby Masters-Klasse (2:24.03); Glückwunsch! Zum Abschluss kam dann noch die obligatorische Siegerehrung, nach der wir uns dann von dem Trecker von der Wiese ziehen lassen mussten, die nach dem Wochenende einem umgepflügten Feld glich. In der Nacht sind wir dann irgendwann zu Hause angekommen und mit gemischten Gefühlen ins heimische Bett gefallen…bis zum nächsten Rennen in Ilmenau!
Solling DH Race 2006
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